Eine Frage, die viele Eigentümer beschäftigt: Wie sicher ist mein Haus vor Starkregen?

Vor allem im Sommer regnet es in Worms relativ selten, dafür aber dann stärker. Insofern treibt private Eigentümer vor Ort die Sorge um die Sicherheit ihrer Immobilie vor Starkregen um. Die drängendsten Fragen beantworteten zwei Expertinnen bei einem Infoabend von Haus & Grund. 

Infoabend zum Thema StarkregenFoto: Haus & Grund Worms-Alzey

Ist mein Stadtteil, mein Grundstück, mein Haus sicher vor Starkregen? Was kann ich tun, damit das Wasser draußen bleibt? Wie sieht die perfekte Vorsorge aus? Diese Fragen haben sich Mitglieder bei Haus & Grund Worms-Alzey gestellt, schon bevor die Ahrtal-Flutwasser-Katastrophe im Juli 2021 das Thema buchstäblich nach oben spülte. Die Infoveranstaltung, die der Verein hierzu bereits 2020 geplant hatte, war coronabedingt aber verschoben worden und konnte erst im Rahmen der Mitgliederversammlung 2021 nachgeholt werden.

Der Vorsitzende Hans-Joachim Lock konnte dazu viele interessierte Gäste im Wormser Mozartsaal begrüßen. Dort gaben zwei Profis Antworten auf die eingangs genannten Fragen (und mehr): die Wormser Klimamanagerin Selma Mergner und Eva Wiktorowski als Fachfrau für den Bereich Entwässerung beim Entsorgungs- und Baubetrieb der Stadt Worms (ebwo).

„Kanalisation nicht für Starkregen ausgelegt“

Worms liegt in einem relativ warmen Gebiet. Vor allem im Sommer regnet es hier relativ selten, dafür aber dann stärker. An Starkregen-Beispielen 2018 und 2021 zeigte Mergner an Karten die Niederschlagsmengen rund um Worms. Dabei sah man auf einen Blick, wo das Problem bei Voraussagen liegt: Wo die Schwerpunkte genau liegen, das ist innerhalb eines Starkregen-Ereignisses sehr unterschiedlich, und punktuell verschieden. In Mergners Beispiel ging beim selben Starkregen mehr als doppelt so viel Niederschlag in Pfeddersheim herunter (58,5 Millimeter in einer Stunde) als in der Innenstadt (28,6 Millimeter in einer Stunde). Doch schon beim nächsten Starkregen war die Intensität ganz anders verteilt.

Also ergibt es Sinn, wenn sich grundsätzlich alle darauf vorbereiten. Denn eines ist den Experten zufolge in allen Fällen, in denen es wie aus Kübeln schüttet, gleich: „Die Kanalisation ist nicht dazu ausgelegt, Starkregen komplett aufzunehmen!“ Das sei nicht bezahlbar und auch technisch nicht möglich. Ein Kanal könne ja keinen zu großen Durchmesser haben – sonst fließt nichts ab. Folglich kommt es punktuell dort, wo sich Starkregen konzentriert, vorübergehend zur Überlastung, wie Wiktorowski ausführte. An Bildern zeigte sie, wie dramatisch das aussehen kann – etwa in Herrnsheim, wo es aus einem Kanalschacht sprudelte wie aus einer Fontäne.

„Tatenbank“ mit Tipps zur Vorsorge

Mehr Infos: Beratungstermin vor Ort möglich

Per Mail an Selma.Mergner@worms.de oder stadtentwaesserung@ebwo.de können in Worms und den Stadtteilen Beratungen zum Schutz vor Starkregen vor Ort fürs eigene Haus oder Grundstück vereinbart werden.
Starkregen-Gefahrenkarten für Worms sind online abrufbar unter:

www.geoportal-worms.de

Infos zu Niederschlagsmengen und allgemeine Tipps zum Starkregenschutz gibt es unter:

www.worms.de

Auf der Homepage der Stadt Worms sind die Niederschlagsmengen gut dokumentiert. Zudem gibt es dort eine „Tatenbank“ mit Tipps zur Vorsorge. „Starkregenvorsorge ist Gemeinschaftsaufgabe“, betonte
Mergner. Und Wiktorowski erläuterte wichtige Maßnahmen. Dazu gehörten Regenrückhalt (wichtig ist hier, möglichst viel Fläche zu entsiegeln, damit Oberflächenwasser versickern kann), Schutz vor Oberflächenabschluss (damit beispielsweise kein Wasser aus dem überschwemmten Garten ins Haus läuft oder am Kellerfenster eindringt) und – ganz wichtig – Schutz vor Rückstau aus dem Kanal (etwa durch eine Hebeanlage, falls der Keller bewohnt wird, und vor allem durch Rückstau-Verschlüsse).

Mergner und Wiktorowski brachten eine Checkliste mit, mit der sich ermitteln ließ, wie es um die individuelle Gefahr vor der eigenen Haustür steht. Viele weitere Tipps wurden genannt, darunter relativ einfach umsetzbare, wie die Stufen-Aufkantung bei der Treppe, oder der Parkplatz mit Rasengittersteinen. Die Schutzmaßnahmen reichten von vorgehaltenen Sandsäcken über den persönlichen Notfallplan bis zur Smartphone-Warn-App. Aber auch Dachbegrünung und Schutz vor Sickerwasser durch eine so genannte schwarze (Bitumen-) Wanne oder (bei Neubau) weiße Wanne fehlten nicht.

Die meisten Probleme gehen nach Auskunft der Fachfrauen auf eine nicht funktionierende Rückstausicherung zurück. „Es ist wichtig, auf die Instandhaltung und Wartung zu achten“, sagte Wiktorowski. Und nicht zuletzt helfe eine gute Kommunikation, auch mit den Nachbarn („Die haben ja oft ähnliche Starkregen-Probleme“). Die ebwo-Fachleute bieten in Worms übrigens auch Starkregen-Beratungsgespräche vor Ort an (siehe Kasten).

Ein großes Lob für die gute wirtschaftliche Arbeit

Im Rahmen des Infoabends bedankte sich der Haus & Grund Vorsitzende Lock auch noch in einem anderen Zusammenhang bei der ebwo. Worms hatte nämlich beim Nebenkosten-Ranking 2021 von Haus & Grund Deutschland einen exzellenten zweiten Platz belegt (wir berichteten). Ein Musterhaushalt zahlt hier im Jahr für Abfall- und Abwassergebühren sowie Grundsteuer insgesamt 936 Euro. Im Vergleich: Im letztplatzierten Leverkusen liegt dieser Betrag bei 2.046 Euro. „Das Ranking zeigt nicht zuletzt, wie gut der ebwo im Sinne der Wormserinnen und Wormser wirtschaftet“, lobte Lock.

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