Info-Veranstaltung Haus & Grund Worms

Immobilien-Profi gibt Tipps und plaudert aus dem Nähkästchen

Fallstricke beim Kauf einer gebrauchten Immobilie gibt es viele. Denn Baumängel können die Freude am neuen Eigentum deutlich trüben. Um so wichtiger ist es deshalb, genau zu wissen, worauf man achten sollte. Wertvolle Tipps und Anhaltspunkte hierzu lieferte eine Info-Veranstaltung von Haus & Grund Worms/Alzey.

Bernd Täffner beim Vortrag zu Gebrauchtimmobilien

Voller Körpereinsatz: Der Experte Bernd Täffner erklärte seinen Zuhörern, worauf sie beim Kauf einer gebrauchten Immobilie achten sollten.


Worauf sollte ich beim Kauf einer gebrauchten Immobilie achten? Dieser Frage ging der Makler und Sachverständige Bernd Täffner bei einem Vortrag im Info-Center der Volksbank in Alzey nach. Eingeladen hierzu hatte der Haus- und Grundeigentümerverein Worms/Alzey e.V., von dessen insgesamt weit über 1.700 Mitgliedern rund 300 in Alzey ansässig sind. Gut 80 Gäste folgten der Einladung.

Mehr als die Hälfte der Bausubstanz stammt aus den Jahren 1949 bis 1978

Der Experte konstatierte zunächst einen auch in Alzey „hohen Altbestand an Immobilien“. Das ist an sich nicht ungewöhnlich: Mehr als die Hälfte der Bausubstanz in Deutschland stammt aus den Jahren 1949 bis 1978. Käufer sollten aber gerade bei Altbauten besonders auf die Bausubstanz achten, riet Täffner, der auch als ehrenamtlicher Gutachter der Stadt Worms tätig ist.

Doch worin zeigen sich nun „anwendungstechnologische Minderleistungen“, wie Täffner vornehm einen Befund umschrieb, den die meisten seiner Zuhörer wohl eher als „Pfusch am Bau“ bezeichnen würden? Stück für Stück arbeitete er die Punkte am Haus ab, auf die zu achten ist. Wichtige Kriterien waren Stand- und Betriebssicherheit sowie Schall-, Wärme- und Brandschutz. Daneben schärfte er auch den Blick für Probleme mit Zugluft, Rettungszugängen sowie Barrierefreiheit und wies natürlich auf die Bedeutung von Aussehen, Lage und Einbruchschutz hin.

Täffner illustrierte seinen Vortrag mit Bildern aus Lehrbüchern, Recherchen und aus der eigenen Berufspraxis. Einmal war er sogar selbst einer Täuschung auf den Leim, oder genauer: auf die Tünche gegangen. In einem frisch gestrichenen Keller hatte er die mit dem neuen Anstrich kaschierten Feuchteschäden unterschätzt. „Seien Sie vorsichtig“, lautete seine Lehre aus diesem Fall. Grundsätzlich hielt er es für wichtig, sich in Altbauten auch den Keller genau anzuschauen.


Komplexe Materie anschaulich und allgemeinverständlich erklärt

Der Experte stieg teilweise tief und dabei doch allgemeinverständlich in die Materie ein: Die Zuschauer lernten Bindemaß, Satzfuge und Kreuzverbund voneinander zu unterscheiden. Nebenbei ließ er reichlich Anschauungsmaterial durch die Reihen wandern, vom Lehrbuch bis zum Kupferrohr.

Das Publikum erfuhr, wie es zu Schimmel in der Wohnung kommt und warum Nordostecken besonders anfällig dafür sind. Ein Raunen ging durch die Menge, als er ein Foto des von Hausbesitzern gefürchteten Hausschwamms zeigte: Das Riesen-Exemplar war offenbar sogar durch die Wand gewachsen. Für eine Sanierung gab Täffner den Zuhörern eine einfache Daumenregel mit auf den Weg: „Schöne Lösungen sind gute Lösungen.“

Einen wichtigen Hinweis hatte der Makler auch für jene, die sich für ein Reihenhaus interessieren. Manch einer kaufe hier in Wirklichkeit kein Haus, sondern nur eine Eigentumswohnung. Baurechtlich gelte das Gebäude nur dann als Reihenhaus, wenn das Grundstück, auf dem es steht, auch eine eigene Parzelle ist. Aufschluss hierüber gibt das Grundbuch.

Da unter den Gästen sicherlich auch der eine oder andere künftige Neueigentümer war, informierte der 2. Vorsitzende des Haus & Grund Ortsvereins, Richard Kunze, über die umfassenden Leistungen der Eigentümerschutz-Gemeinschaft. Hierzu gehören pro Jahr auch sechs kostenlose Rechtsberatungen – sinnvoll für jene, die ähnlich wie Täffner dann doch einmal der Tünche auf den Leim gehen.

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