Infoveranstaltung von Haus & Grund Worms/Alzey zum Thema Rauchmelder

Feuerwehrchef warnt: In vielen Wohnungen fehlen Rauchmelder

Ein Signal, das Leben retten kann – bald tritt in Rheinland-Pfalz die Pflicht für Brandmelder in allen Wohnungen in Kraft. Grund genug, Eigentümer über die Wichtigkeit der kleinen Lebensretter zu informieren. Dabei erfuhren die Gäste beim Infoabend von Haus & Grund Worms/Alzey vom Referenten durchaus schockierende Wahrheiten.

Noch wenige Wochen sind es bis zum 4. Juli. Ab dem Tag sind alle Hausbesitzer in der Pflicht: Dann müssen in allen Wohnungen – und nicht wie bisher nur in Neubauten – Brandmelder installiert sein.

Kreis-Feuerwehrchef Wilmut Gehm rüttelte bei der jüngsten öffentlichen Veranstaltung von Haus & Grund Worms/Alzey im Info-Center der Volksbank noch einmal wach: „Es gibt viel zu tun!“ In etlichen Wohnungen, auch im Kreis, fehlen die kleinen Lebensretter noch. Ebenso berichtete der Experte von Fällen, in denen „an der Decke nur ein Alibi hängt“ – ein falsch installierter oder falsch gewarteter Rauchmelder oder ein Gerät von fragwürdiger Qualität. Gehm gab den zahlreich erschienenen Gästen viele Tipps. Der Ortsvereinsvorsitzende Hans-Joachim Lock freute sich über die vielen Interessierten. Dies zeige doch, dass das Thema doch ernst genommen wird.

 

Eine Umfrage deckt die folgenschwere Fehleinschätzung vieler Befragten auf

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Gab den Interessierten beim Infoabend in Alzey viele Informationen und Tipps in Sachen Brandmelder: Kreis-Feuerwehrchef Wilmut Gehm.

Der Kreis-Feuerwehrchef machte an einer Umfrage deutlich, dass die Gefahr trotzdem noch oft unterschätzt wird: Auf die Frage „Wer weckt Sie nachts, wenn es brennt?“ meinten demnach 25 Prozent der Befragten „die Nachbarn“, zehn Prozent „die Feuerwehr“ und 40 Prozent gingen blauäugig davon aus, dass sie „von alleine wach werden“. Aber: Der Geruchssinn ist nachts ausgeschaltet, dass schon drei bis vier tiefe Atemzüge Brandrauch tödlich sind und dass der giftige Qualm sehr schnell und in rauen Mengen frei wird: „Eine Schaumstoffmatratze verursacht beim Verbrennen so viel Rauch, dass man damit 30 Wohnhäuser schwarz verqualmen könnte.“ Nur zehn Prozent der Befragten hatten bei der Umfrage übrigens die einzig richtige Antwort gegeben: „Mein Brandmelder weckt mich“.

Der Experte zeigt, wie und wo die Brandmelder angebracht werden
Gehm, der auch Ausbilder an der Landesfeuerwehrschule in Koblenz ist, schonte sein Publikum nicht: Er zeigte im Video, wie ein trockener Tannenbaum, einmal Feuer gefangen, im Zimmer eine regelrechte Explosion auslösen kann. Er zeigte aber auch in einem weiteren Film, dass mehrere Minuten Zeit sind, bevor alles schwarz vor Rauch ist, wenn etwa eine brennende Kerze die Couch entzündet – Zeit genug also, um das eigene Leben zu retten oder selbst noch Schaden einzudämmen. Wenn man alles nur schnell genug bemerkt.

Vor allem nachts entscheide ein Brandmelder im Ernstfall oft über Leben und Tod. Gehm: „Sie wachen einmal nicht rechtzeitig auf – und sind ein Leben lang tot“. Pflicht werden Brandmelder in Schlafzimmern, Kinderzimmern, Fluren mit Fluchtwegen im Treppenhaus, und zentral im Keller. Installiert werden sie in der Raummitte, waagerecht an der Decke. Zur Installation und Wartung kamen sehr viele Fragen. Gehm klärte auch Einzelfälle ab.

„Was die Rauchwarnmelder für den Brandschutz sind, das ist Haus & Grund für die Eigentümer“, lautet ein Leitspruch der Wormser und Alzeyer Eigentümerschutz-Gemeinschaft. Vorsitzender Hans-Joachim Lock, der auch Fachanwalt für Miet- und Wohneigentumsrecht ist, hat zu diesem Thema einen  detaillierten Leitfaden verfasst, der auch für Nicht-Mitglieder kostenlos ist. Darin fasst Lock zusammen, worauf bei Rauchmeldern zu achten ist. Für Mitglieder erhältlich ist außerdem eine Zusatzvereinbarung zum Mietvertrag, sowie eine Protokoll-Vorlage für die jährliche Sicht- und Funktionsprüfung. Infos gibt der Verein gerne unter Tel. 06241 / 413591 (Worms) oder 06731 / 4931210 (Alzey).

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